Liebe Leserin, lieber Leser, die Zeitverschiebung und meine Arbeit in dunklen Archiven ohne Internetzugang bringt es mit sich, dass ich von manchen Ereignissen erst mit Verzögerung erfahre. DER SC FREIBURG IST DEUTSCHER (zweitliga-) MEISTER !
Während in Koblenz schon gefeiert wurde dämmerte ich noch im Auto – auf dem Weg zu meinem sonntäglichen Bergausflug – vor mich hin. Immerhin nicht am Steuer, denn der Samstagabend vor allem in seinen hochprozentigen Anteilen war mir noch in allzu frischer Erinnerung. So ein feuchtfröhliches Erlebnis nennt der Chilene übrigens „el carrete“.
Auf dem Gipfel des Cerro La Campana (wörtlich „Die Glocke“, 1920m) angekommen, gedachten meine Begleiter und ich dem jungen Darwin, der hier 1834 seine Zelte aufgeschlagen hatte.

Ausblick auf die Anden im Hinfergrund.
Der damals fünfundzwanzigjährige beschrieb das Erlebnis folgendermaßen:
„Die Wege waren sehr schlecht, doch die Geologie ebenso wie Szenerie entschädigten reichlich für die Mühen. […] Der Abend war schön und die Luft so klar, dass die Masten der in der Bucht von Valparaíso ankernden Schiffe, obgleich nicht weniger als sechsundzwanzig geographische Meilen entfernt, klar wie kleine schwarze Striche unterschieden werden konnten. […] Der Sonnenuntergang war prachtvoll; die Täler waren schwarz, während die schneebedeckten Gipfel der Anden sich noch eine rubinrote Tönung bewahrten. […] Ein unsagbarer Reiz lag darin, so an der frischen Luft zu leben.
[…] Am Morgen kletterten wir die rohe Grünsteinmasse hinauf, welche den Gipfel krönt. […] Wir verbrachten den Tag auf dem Gipfel, und nie habe ich einen mehr genossen. Man sah Chile, vom Pazifik und von den Anden begrenzt, wie auf einer Landkarte. Die Freude an der Szenerie, die schon an sich schön war, wurde von den zahlreichen Reflexionen, die vom bloßen Anblick der Campana-Kette mit ihren weniger hohen Parallelketten und von dem breiten Quillota-Tal, das sie direkt durchschnitt, noch gesteigert.“
Dem ist kaum etwas hinzuzufügen, auch heute ist das Panorama quasi unverändert. Allerdings erkennt man anstatt der Schiffsmasten nunmehr die Appartementblocks an der chilenischen Küste. Und die einheimischen Füchse waren 1834 wohl noch nicht auf raschelnde Plastiktüten sensibilisiert. Was hätte Darwin wohl dazu gesagt?

Zwischen Graffiti und Touristen fühlt sich Pseudolapex griseus besonders wohl.
el gran conquistador Jorge!!!
Is ja janz doll wat du da so machst…. grrrrr NEID!… da schürst aba dat Fernweh bei deinen Lesern… Viel Spass noch und genieß es weiterhin!